2013-08-08

[aus dem Brief an das Mädchen, dem das Herz des Menschen, den ich lieb(t)e, gehört]
Liebe J,
Es ist sicher furchtbar dumm, einen solchen Brief zu verfassen, aber ich kann es nicht lassen. Das sollte ich wohl, aber dazu liegt mir zu viel auf dem Herzen, das ich loswerden möchte und muss, wirklich muss, und mit dem Schreiben gelingt mir das vielleicht, ich hoffe es jedenfalls. Ob das nun wirklich richtig an dich gerichtet ist, ist fragwürdig, weil ich dich nicht einmal richtig kenne und du nichts für das alles kannst, nicht wirklich, und weil ich die ganze Sache wohl eher hierdurch zu verarbeiten versuche, also bloß dem Papier schreibe oder mir selbst. Ich weiß nicht. Wie auch immer. Ich bin schrecklich schlecht im Briefeschreiben, wie du sicher merkst, ich schwafele mir was zurecht, ohne auf den Punkt zu kommen, rede, ohne etwas zu sagen. Und doch kommen immer mehr Worte, die ich keinesfalls weglassen, auslassen will, weil sie irgendwie doch etwas ausdrücken, vielleicht gerade weil sie so nach Schwafelei aussehen. Vielleicht drückt dieses Wirrwarr von Worten, die nichts zu sagen scheinen, das Wirrwarr in mir aus, das Durcheinander meiner Gedanken, die Zerissenheit in mir, das Chaos in meinem Kopf, die Verwüstung in meinem Herzen. Möglicherweise ist dir das alles zu theatralisch, melodramatisch, bescheuert, lachhaft. Ich kann es nicht anders ausdrücken, das ist, was herauskommt, wenn ich versuche, meinen Gedanken und Gefühlen Formen zu geben, in Buchstaben zu transformieren. Jedenfalls.. ja. Ich habe ziemlich viele Gedanken und Gefühle, die direkt oder indirekt mit dir zusammenhängen. Die meisten wohl indirekt, weil ich dich gar nicht richtig kenne und kaum Erinnerungen mit dir persönlich habe. Wir haben nie miteinander geschrieben und den einen Abend, an dem wir uns sahen, vielleicht zehn Sätze gewechselt. Aber wenn ich jetzt an dich denke oder ein Bild von dir sehe, deinen Namen höre oder jemand über dich redet, löst das immer etwas in mir aus. Weißt du, der Schmerz ist eigentlich immer da, allgegenwärtig, nur eben mal schwächer und mal stärker. In den Momenten, wo du in meinen Gedanken auftauchst, stärker. Logisch. Es tut weh. Ich verspüre Schmerz in solchen Momenten, Herzschmerz und ich kriege Kopfweh, mein Magen rebelliert und ich habe so einen Druck hinter den Augen… Ich muss oft weinen in jenen Momenten. Ich fühle auch Wehmut und Sehnsucht und Neid, weil ich gern an deiner Stelle wäre. Und Hass. Obwohl es unfair ist, jemanden zu hassen, den man so gut wie gar nicht kennt. Aber was ist schon fair in der Liebe.. Ich möchte dich auch nicht hassen, weil du mir gar nicht mal unsympathisch ist. Du glaubst nicht, wie oft ich „Oh sie ist so schön“ gesagt und gedacht habe über dich. Und du hast ja keine Schuld, nicht wirklich, es war nicht deine Entscheidung, dass ich diese Schmerzen tragen muss. Ich hasse eher mich selbst, weil ich so naiv war zu glauben, es könnte was werden. Ich will keinem Vorwürfe machen, das habe nur ich verdient. Denn ich verstehe die Entscheidung, die letztendlich fiel und so vorhersehbar war, ich hätte auch nicht mich genommen.. Es war so klar und trotzdem habe ich daran geglaubt, „blind vor Liebe“ wahrscheinlich, mir wurde Mut gemacht von allen Seiten, sogar von ihr selbst. Ich wollte nie die Zweifel loslassen, weil ich weiß, wie heftig Enttäuschungen einen treffen, aber bei so viel Zuspruch lösen sich Zweifel allmählich auf, mir wurde das Gefühl gegeben, ich dürfe wirklich hoffen und daran glauben und mir sicher sein, dass alles gut wird. Es war so schön, das war so schön, es sah so schön aus, so gut für mich, aber natürlich kam alles anders, ich hätte es mir denken können, sollen, müssen. Ich hasse mich so dafür, dass ich nachgegeben habe. Den Zusprüchen und auch dem Ganzen, wie das alles angefangen hat. Ich hätte das nicht tun dürfen, auch wenn ihr da noch nicht zusammen gewesen seid und ich nicht begonnen habe, auch wenn ich geküsst worden bin und nicht andersrum, ich hätte.. es tut mir leid. Es tut mir wirklich leid. Dass du geweint hast deswegen, das tut mir furchtbar leid. Ich wünschte, du würdest mir das glauben. Ich hoffe es. Es tut mir weh, mich dafür zu entschuldigen, weil es so schön war und man Momente, in denen man glücklich war, nicht bereuen soll.. Ich bin mir nicht sicher, ob ich all die Momente bereue oder nicht, ich weiß es nicht. Aber es tut mir leid, wirklich leid, dass ich glücklich war und du deshalb unglücklich warst. Jetzt ist es andersrum und du würdest dich wahrscheinlich nicht dafür entschuldigen, aber das erwarte ich auch gar nicht, das sollst du auch nicht. Du hast es verdient, so behandelt zu werden, wie ich es mir gewünscht habe, die Liebe zu bekommen, die ich mir erhofft habe. Ich wünsche dir wirklich, dass die Beziehung lange Erfolg und Glück und viel Liebe in sich hat, auch wenn ich andererseits natürlich wünschte, sie würde gar nicht bestehen, ich hoffe, du verstehst mich. Ich hoffe, du musst nicht so viele Schmerzen ertragen und ihr behandelt einander gut und gerecht. Ich weiß, wie es ist, viel für jemanden zu empfinden, der weit weg wohnt, und auch, wie es ist, jemanden zu lieben, den man im Internet kennengelernt und noch nie gesehen hat. Deshalb tat es mir trotz dem Glück, das ich zu der Zeit, als ich Liebe und Küsse von ihr bekam, weh zu wissen, dass du unglücklich weit weg sitzt und mich wahrscheinlich hasst.  Das Problem an der Entfernung ist, dass man nicht weiß, ob man vermisst oder vergessen wird. Und noch viel schlimmer ist, dass beides weh tut. Ich wünsche euch beiden genügend Kraft und Mut und Liebe, dass ihr diese Beziehung meistert, weil man da unglaublich viel von für braucht. Ich wünsche, dass du ihr das geben kannst, was sie bei mir nicht finden konnte. Was auch immer sie gesucht hat. Ich hoffe, du bist die Richtige.
 Tut mir leid wegen der Unpassenheit (neues Wort ok) des Bildes und dass da so Streifen sind im Himmel, das macht meine Kamera hässlicher Weise in letzter Zeit immer und ich hatte keine Lust, das wegzubearbeiten srysry.
p.s.: Ich habe einen Termin für mein Tattoo und finde mich doch ein bisschen cool deswegen. hihi:-*

Kommentare:

Madame Traumtänzerin hat gesagt…

Dieser Text rührt mich sehr. Er ist so emotional.
ich wünsche dir das beste, möge Glück deine Zukunft sein.

Novelist hat gesagt…

Das Bild ist wunderschön <3

Joana hat gesagt…

Der Text hat gemacht, dass sich Tränen in meinen Augen sammelten, aber das war gar nicht mal so unschön. Ich weiß, das war jetzt unverständlich, sorry.

Danke, für die Lieeeeebe. Deine Kommentare machen mich froh. Sehr.

Viele Herzis an dich!