2014-06-25

ich bin der Meinung, dass jeder Mensch irgendwie Kunst ist.
Jeder ist, was er erschafft.
Das Leben ist, was du daraus machst. 
Und ich kreiere mich, werde nie fertig, gestalte mich um, wandle mich,
ich bin nie, ich werde,
vielleicht werde ich nie sein,
immer nur ein Werkt im Prozess bleiben.
Und ich habe einen Köper,
und ich bin eine Seele,
und will mich wiederspiegeln auf dieser Leinwand, meiner Haut,
darum male ich rot mit Silber auf ihr
und lasse mir Tinte darunter stechen.
Ich mache meine Haut kaputt, um mein Inneres zu zeigen.
Ich atme meine Inspiration ein und puste Zigarettenrauch aus,
Kunst hat seinen Preis,
aber jedes Stück ist einzigartig.
Nicht schön, aber selten.
Und mir ist egal, dass man das nicht tut,
dass all das ungesund ist.
Lieber lasse ich meine Seele atmen durch schmutzige, flatternde Fetzen an meinem Leib,
als der Norm, dem Ideal zu entsprechen,
ein erstickender Käfig aus Knochen und ewig junger, straffer Haut,
farblos und glatt, zu perfekt -
Ich schreibe in letzter Zeit leider sehr selten und sehr wenig, 
das hier war auch nur was so nebenbei, aber ich mag es.
Und ganz wichtig: Ich habe nicht vor, irgendjemanden hier zu triggern. Es ist nicht so, dass ich Selbstverletzung oder überhaupt Selbstzerstörung in jeglicher Form unterstütze oder gut heiße. Dies ist meine Art, mit mir und meinem Sein umzugehen -indem ich mich und mein Tun als Kunst ansehe. Und ich bin, was ich bin. Ich habe Narben, und ich sollte mich nicht schämen für das, was ich bin, auch wenn es nicht gut ist, das ist mir bewusst. 
Ich befinde mich in Therapie und werde bald stationär behandelt, ich bin also auf dem Weg, herauszufinden, wie ich dieses Verlangen, mich auf diese Weise als Leinwand zu sehen, umzuleiten und anders auszuleben. 
Ich hoffe, das missversteht niemand, ich hoffe, man kann das irgendwie nachvollziehen, obwohl mir bewusst ist, dass es anders wirken könnte und ich selbstzerstörende Akte verschönige. 

Kommentare:

Tom. hat gesagt…

Jeder Mensch ist Kunst. Der Gedanke gefällt mir sehr!

N.† hat gesagt…

ich weiß wir haben lange nicht miteinander geschrieben, aber ich will dir sagen, dass ich dich nie vergessen hab. ich bin froh hier wieder was von dir lesen zu können. ich wünsche dir unendlich viel kraft für die stationäre therapie. ich weiß wie hart sie sein kann. ich glaube daran, dass irgendwann diese kunst mit dem blut sich irgendwann aus deinen Leben fortschleicht. Für deine Narben brauchst du dich auch nicht zu schämen. Sie gehören zu dir, sie zeigen, dass du in den dunklen Tagen weitergemacht hast, obwohl alles in dir nach aufgeben geschrien hat.
deine kunst mit worten umzugehen bewundere ich immer noch sehr.
du kannst mich jederzeit anschreiben, wenn du magst. ich werde für dich da sein.